Willkommen im Leben

Von To-Do-Listen und eigenen Erwartungen

Dezember 3, 2016

Ihr Lieben,

kennt ihr das vielleicht? Mein Kopf raucht und ist voll von Ideen. Da sind Aufgaben, die ich erledigen will und Wünsche, die ich habe. Oft kann ich nachts nicht schlafen. Da sind so viele Ideen für meinen Blog, für meine Arbeit als Texterin, Dinge im Haushalt, die es zu erledigen gibt, meine Familie, mein Smartphone, dass mich oft stresst. (Manchmal ist dieses Ding recht praktisch aber meistens ein Zeiträuber und Gehirnvernebler und Susi-Stresser 😉  )Außerdem Ehrenämter, die mal mehr, mal weniger meine Zeit und mein Hirn fordern und ein neues Hobby. Achja, ein Buch will ich auch noch schreiben und eine Bauerntheatergruppe gründen. Oder? Außerdem sind da noch sooooo viele Träume… Mit einer Freundin nach Prag fahren, eine Buchmesse besuchen, meine Freundin in Hamburg besuchen, einen Cosmopolitan in New York mit meiner Scherenschwester trinken, mit meinem Liebsten einen Kaffee in Paris (allerdings weiß er noch nix davon 😉 ), den Naturgeistern in Irland einen Besuch abstatten möchte, regelmäßig Sport treiben, auf eine gesunde Ernährung achten, das komplette Haus aufräumen und dann ist da noch der Garten…. Und eigentlich wollte ich meine Küche von oben bis unten putzen und jetzt sitze ich stattdessen hier und schreibe… 🙂 Na, ist euch schon schwindelig? Und satt in solchen Zeiten gut zu mir selbst zu sein, tu ich genau das Gegenteil. Zeit für mich selbst? Nein, danke. Bin ja so im Stress! Gesundes Essen? Pfff! Da greif ich zwischendurch einfach mal in die Süßigkeitenbox meiner Kinder. (Mist, wo kommen nur diese zusätzlichen fünf Kilo her? Ich glaube, ich muss mal die Batterien meiner Waage checken…)

 

Mein Kopf tut auf jeden Fall weh vor lauter Überlegen und meine Gedanken plappern unaufhörlich. Mein Mann ist besorgt und fragt was los ist. Ich schütte ihm mein Herz aus. Er grinst. Er kennt mich zu gut. “Du machst zu viel.” ist seine Antwort. Ich schüttle den Kopf. Niemals. Ich bin halt einfach ein ehrgeiziger Mensch und habe Ziele. 😉 Wieder ein liebevolles Grinsen seinerseits. “Einfach alles aufschreiben.”

Also schön. Ich schreibe alles auf und schaue auf meine Liste. Mir ist schlecht. Doch zuviel? Vielleicht sollte ich lieber gar nichts machen? Ich muss nicht erfolgreich sein und Träume verwirklichen. Ich bin doch auch so ganz zufrieden. Oder? Ich zeige die Liste lieber nicht meinem Mann, frage ihn aber erneut um Rat. “Ein bisschen Disziplin gehört schon auch dazu.” Ich bin entsetzt. Na hör mal! Wenn jemand diszipliniert ist, dann wohl ich. Ich bin nämlich Frau Oberdiszipliniert, die alles erreicht, was sie sich vornimmt. Oder? Na gut. Ein kleines Problem gibt es da schon. Da wäre nämlich das Internet. Aber ich kann nix für diese Ablenkung. Es gibt einfach zu viele, richtig gute Blogs, die ich alle regelmäßig lesen muss. 😉

“Prioritäten setzen und deine eigenen Erwartungen herunterschrauben.” Prioritäten setzen. Ja, davon habe ich schon mal gehört. Kommt mir bekannt vor. Klingt gut. Hab ich das nicht selber oft schon jemanden geraten? Und die Sache mit den Erwartungen ebenfalls? Wie kann ich so etwas nur vergessen?

Ich überlege und überlege. Warum kann es da oben in meinem Hirn nie ruhig sein? Bitte eine kurze Pause!!!!!! Aber das geht nicht. Das gehört einfach zu mir und ich kann es nur schwer abstellen. Vielleicht sollte ich doch das mit dem Meditieren in Erwägung ziehen? Und ich frage mich, warum ich alles jetzt machen will. Glaube ich, nicht genügend Zeit zu haben? Ja, die Sache mit der Zeit ist ein Stressfaktor und ich habe hierfür noch kein Rezept für mich gefunden.  Vielleicht liegt es auch an der heutigen Zeit. Schneller höher besser. Auf Mails und Nachrichten wird sofort eine Antwort erwartet. Das ist zumindest mein Gefühl. Aber das kann ich nicht. Mich stresst das.

Auch meine Liste stresst mich. Nichts tun stresst mich auch. Also setze ich mich tatsächlich nochmal hin und schreibe. Und wenn ich jetzt auf meine Liste schaue, ist sie wesentlich kürzer. Puh! Einmal tief ausatmen. Geschafft! Ich habe Ziele, aber nicht mehr so viele. Meine Familie und Freunde haben oberste Priorität. Ich liebe meinen Blog und meinen Job als Texterin. Mein neues Hobby macht mir Spaß. Wenn ich auf mein Herz höre, dann will ich im Augenblick gar kein Buch schreiben. Mein Blog ist mein Herzensprojekt, mein Geschenk an mich. Hier kann ich mich austoben und meinen Gedanken freien Lauf lassen und vielleicht gibt es den ein oder anderen Leser,  der sich denkt: “Hey, mir geht es ja genauso!”  Unser Haus hab ich gern ordentlich, aber es muss nicht perfekt sein und ich lerne zu deligieren und um Hilfe zu bitten (ganz schwer für mich).  Außerdem werde ich meine Online-Zeit reduzieren und mein Handy an bestimmten Tagen ausschalten.Ich habe noch so viel Zeit in meinem Leben und Träume und Ziele dürfen sich verändern. Ich brauche niemanden Rechenschaft ablegen. Nur mir selbst. Und das ist das Schwierigste an der ganzen Angelegenheit…

Ein wunderbares Wochenende euch allen,

eure Susanne

 

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