Achtsamkeit Willkommen im Leben

Die Sprache des Herzens

April 26, 2016

Servus ihr Lieben,

meine Freundin Wendy kommt aus Amerika, ich aus Bayern. Wenn wir beide uns unterhalten ist es ein amüsanter Mix aus amerikanischem Englisch, Hochdeutsch und bayerisch. Sie möchte deutsch lernen, ich mein Englisch verbessern. Mein Sohn spricht immer bayerisch mit ihr und für ihn steht es außer Frage, dass er nicht verstanden werden könnte. Er geht ganz fest davon aus. Woran liegt es? Es scheint, als würden wir nicht die gleiche Sprache sprechen, doch in Wirklichkeit tun wir genau das:
Wir sprechen alle die Sprache des Herzens.

Vor ein paar Jahren habe ich mit einer Freundin und meiner Mama einen guten Freund in Tunesien besucht. Er hat uns viele Sehenswürdigkeiten gezeigt und uns mit dieser Kultur Vertraut gemacht. Schließlich wurden wir zu einer Hochzeit bei seiner Familie eingeladen. Wir fuhren in einen kleinen Ort in der Nähe von Bizerte und lebten dort mit der Familie.

Tja, und dort sprach niemand englisch, und ich kein französisch und nur ganz vereinzelt ein paar Brocken arabisch. 
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Mir war es total peinlich, als mir bewusst wurde, dass ich mit Schuhen im Wohnzimmer war. Dabei war es üblich, die Schuhe vor der Türe auszuziehen. Doch die Frauen waren sehr herzlich und verständnisvoll und gaben mir Händen und Füßen zu verstehen, dass es mir nicht unangenehm sein muss. Frauen und Männer aßen getrennt. Also saßen wir mit einer ganzen Horde tunesischer Frauen jeder Altersgruppe um einen Tisch am Boden und löffelten Couscous aus einem großen Topf. Das war eine tolle Stimmung! Und obwohl wir uns mit Worten nicht verständigen konnten, taten wir es doch über unser Herz. Es herrschte eine Vertrautheit, die man mit Worten nur schwer beschreiben kann.

Vor der Hochzeit wurden unsere Arme und Hände mit Henna bemalt. Dieses Kunstwerk werde ich immer in Erinnerung behalten. 

In manchen Momenten konnte ich dieses Erlebnis von ganzem Herzen genießen, manchmal hat mir das alles auch ein wenig Angst gemacht, denn alles war so anders und fremd. 

Die Menschen dort schienen wenig zu haben und doch gaben sie mir so unendlich viel. Ich bin von Herzen dankbar für diese Erfahrung. Denn seitdem kann ich mit Menschen aus anderen Kulturen viel offener umgehen und bin neugierig und interessiert statt ängstlich.

Ich wünsche mir, dass wir alle wieder diese Sprache lernen.
Die Sprache des Herzens.

Alles Liebe,
eure Susanne
 

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